Weihnachtsbräuche und Kinderträume - wie sich
die Zeiten ändern.
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Ausstellung im Steglitz-Museum
vom 26. November 2006
bis 28. Januar 2007
[geschlossen vom 24. bis 31. Dezember 2006]
Weihnachten ist das Fest der Geburt Christi im
Stall von Bethlehem. Seine Ursprünge gehen zurück
bis in das 4. nachchristliche Jahrhundert in Rom. Es
wird vermutet, dass die zeitliche Lage am 25.
Dezember beeinflusst wurde vom römischen Fest des
Sonnengottes wie auch vom germanischen Julfest zur
Wintersonnenwende. Der ursprünglich rein
kirchliche Feiertag fand erst nach und nach Einzug
in die Familie. Vermischt mit heidnischen Bräuchen,
nahm er erst im 19. Jahrhundert die uns heute
vertraute Form des besinnlichen Festes an, mit dem
geschmückten Christbaum und den liebevoll
verpackten Geschenken.
Kaum ein Fest im deutschsprachigen Raum hat den
gleichen Stellenwert und die Brauchtumsvielfalt.
Schon Wochen zuvor mit der Adventszeit beginnen
für Klein und Groß die Vorfreude und die
Vorbereitungen. Wohnungen, Häuser und Gärten
werden geschmückt, Straßen erstrahlen im
Lichterglanz. Schaufenster wetteifern um die
schönste oder die originellste Gestaltung. Viele
Bräuche - mit regional unterschiedlicher Prägung -
sind feste Bestandteile der Vorweihnachtszeit und
des Weihnachtsfestes. Besonders für die Kinder sind
die Tage und Wochen, beginnend mit dem 1.
Adventssonntag voller Spannung und Aufregung.

Mit dem Adventskranz und seinen Kerzen, die der
Reihe nach an den vier Adventssonntagen angezündet
werden, beginnt die Einstimmung in die
vorweihnachtliche Zeit. War in früheren Jahren der
aus einfachen Rotfichtenzweigen selbst gebundene
Kranz mit roten Kerzen und rotem Band eine feste
Tradition, so findet sich heute mehr und mehr das
dekorative Weihnachtsgesteck aus Edeltannen. Ob
Kranz oder Gesteck, ein gemütliches Stündchen bei
Kerzenschimmer, weihnachtlichen Geschichten und
Liedern sowie der Duft selbstgebackener Plätzchen
bewirken eine Atmosphäre, an die Kinder auch
später gern zurückdenken.

Für die Kleinen macht der Adventskalender, in
dem ab dem 1. Dezember - täglich ein Fensterchen
geöffnet wird, das Näherrücken des Heiligen
Abends sichtbar. Wunschzettel werden am Abend vor
das Fenster gelegt und in der Nacht vom Christkind
abgeholt.

Bereits im November beginnen die
Weihnachtsmärkte. Sie erfreuen sich großer
Beliebtheit, sind in vielen Städten weit über die
Ortsgrenzen bekannt und werden als
Touristenattraktion vermarktet. Trotz unserer
hektischen und kommerzialisierten Zeit kann sich
auch der heutige Besucher dem vorweihnachtlichen
Zauber einer alle Sinne ansprechenden Atmosphäre
nicht entziehen.
Am Namenstag des Heiligen Nikolaus, dem 6. Dezember,
war es bereits im Mittelalter üblich, die Kinder zu
beschenken. In einigen Familien und Kindergärten
wird Nikolaus auch heute noch, meist in Begleitung
von Knecht Ruprecht, sehnlichst von den Kleinsten
erwartet. Ursprünglich im Bischofsgewand, mit Mitra
und Stab, ähnelt er heute mehr dem amerikanischen
Weihnachtsmann. Weit verbreitet ist auch der Brauch,
am Vorabend Schuhe oder Teller vor Türen oder
Fenstern aufzustellen. Groß ist die Freude, wenn
sie am nächsten Morgen mit Süßigkeiten und
kleinen Geschenken gefüllt sind.

Untrennbar mit der Adventzeit verbunden sind
Basteln und Backen: ob weihnachtlicher Schmuck oder
kleine Geschenke für die Lieben, im Familienkreis
oder heimlich als Überraschung. Adventliche
Stimmung erzeugt auch der Duft frisch gebackener
Plätzchen. Jede Region hat eigene Spezialitäten.
Der geschmückte Weihnachtsbaum ist wohl das
augen-fälligste Symbol des Festes. War er früher
nur mit Äpfeln und Naschwerk behängt, so wurde er
nach und nach zum kunstvoll dekorierten Lichterbaum.
In vielen Familien gehört auch eine Krippe mit der
Darstellung der Weihnachtsgeschichte zur Tradition.
Mittlerweile ist Weihnachten nicht mehr nur ein
christliches Fest und die Akzeptanz für die
christliche Botschaft im Allgemeinen eher
rückläufig. Trotzdem findet man am Heiligen Abend
überall im Lande volle Kir-chen, Ausdruck der
Sehnsucht der Menschen nach den Verheißungen der
Weihnachtsbotschaft.
Zu dieser Ausstellung
Die Ausstellung des Steglitz-Museums zeigt, wie
die Gestaltung des Weihnachtsfestes dem Wandel der
Zeit unterworfen war. Besondere Einflüsse gingen
von den Ereignissen der beiden Weltkriege aus.
Väter, Brüder, Söhne waren als Soldat im Krieg
oder danach in Gefangenschaft, während Frauen und
Mütter daheim mit der Sorge für die Familien
allein waren. Briefe aus dieser Zeit legen Zeugnis
ab von der menschlichen und wirtschaftlichen Not.
Beim Betrachten alten Spielzeugs, der
Adventskalender und des weihnachtlichen Schmucks
werden die Veränderungen der Lebensgewohnheiten
sichtbar. Krippen mit der symbolhaften Darstellung
des weihnachtlichen Wunders der Geburt Jesu haben
noch am ehesten ihren Charakter bewahrt. Andere
Traditionen, wie die Weihnachtsbriefe der Kinder an
ihre Eltern, sind im Laufe der Zeit ebenso
verschwunden wie die handgeschriebenen und mit
Bildern versehenen Wunschzettel an das Christkind.
Weiterführende
Informationen im Internet:
Weihnachtsmärkte
in Steglitz-Zehlendorf Weihnachtsbrauch
auf Wikipedia
Weihnachtsbräuche
in aller Welt
Die
Weihnachtsseiten der Familie Hauenstein
Weihnachtsbräuche
in der russisch - orthodoxen Kirche
Weihnachtsbräuche
in Westfalen
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